Wechselventile

Wechselventile sind unverzichtbare Bauteile für Hydrauliksysteme, die eine sichere und effiziente Drucksteuerung ermöglichen. Sie leiten stets den höheren
Eingangsdruck weiter, verhindern Rückfluss und sind dabei wartungsarm sowie hochdruckbeständig. Mehr erfahren...

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Ob in Load-Sensing-Schaltungen, Bremsenlüftungen oder der Mobilhydraulik – Wechselventile bieten maximale Flexibilität, Sicherheit und Zuverlässigkeit in verschiedensten Anwendungen.

 

Wechselventil – Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Wechselventil und wie funktioniert es?

Ein Wechselventil ist ein hydraulisches Ventil mit typischerweise zwei Eingängen und einem Ausgang. Es realisiert eine technische "ODER"-Verknüpfung: Sobald an mindestens einem Eingang ein Drucksignal anliegt, wird der Ausgang aktiviert. Das Ventil leitet dabei stets die Flüssigkeit vom Eingang mit dem höheren Druck zum Ausgang weiter. Bei unterschiedlichen Drücken sperrt ein interner Schaltkörper (Kugel oder Schieber) den Eingang mit dem niedrigeren Druck. Liegt an beiden Eingängen kein Druck an, bleibt der Ausgang drucklos.

Welche Sicherheitsfunktion erfüllt ein Wechselventil?

Das Wechselventil verhindert unkontrolliertes Zurückfließen des Mediums durch einen der Eingänge und sorgt für eine sichere Umschaltung zwischen verschiedenen Druckquellen. Es dient als Umschalt- und Steuerungselement in Systemen mit mehreren Druckquellen und hohen Sicherheitsanforderungen. Aufgrund geringer möglicher interner Leckage ist es jedoch nicht als Absperrventil geeignet.

Welche typischen Merkmale und technischen Spezifikationen haben Wechselventile?

  • Bauart: Kugelsitzventil, als Einschraub- oder Rohranschlussversion
  • Gehäusematerial: Stahl oder Aluminium, Funktionsinnenteile gehärtet
  • Max. Betriebsdruck: bis 700 bar (hydraulische Anwendungen)
  • Durchflusswiderstand: gering, geeignet für Steuer- und Arbeitsvolumenströme
  • Anschlussgrößen: Rc 1/8 bis ca. 1"
  • Temperaturbereich: Umgebung -40°C bis +80°C, Öl -25°C bis +80°C

Wo werden Wechselventile typischerweise eingesetzt?

  • Load-Sensing-Schaltungen: Umschaltung von Steuerdrucksignalen in modernen Hydrauliksystemen
  • Bremsenlüftung an Hydraulikmotoren: Hochdruckseite steuert das Lüften der Bremse, z. B. bei Winden oder Krananlagen
  • Sicherheitsventilanordnung: Ausbau und Prüfung von Sicherheitsventilen an Druckbehältern bei laufendem Betrieb
  • Mobilhydraulik: Umschaltung zwischen mehreren Verbraucherpfaden oder Steuerkreisen
  • Kombination mehrerer Rückschlagfunktionen in einem Ventil zur Platz- und Aufwandseinsparung

Wie sind Wechselventile zu montieren oder zu warten?

Wechselventile sind in beliebiger Einbaulage montierbar und sollten möglichst nah am Steuerkreis oder Verbraucher platziert werden. Bei der Montage sind Rohrleitungsverschraubungen mit empfohlenem Drehmoment und geeignetem Werkzeug auszuführen, um Leckagen und Funktionsstörungen zu vermeiden. Sie sind grundsätzlich wartungsarm, dennoch sind regelmäßige Kontrollen und Funktionstests empfehlenswert.

Können Wechselventile als Absperrventile eingesetzt werden?

Nein. Wechselventile verhindern zwar das Zurückfließen von Medien, jedoch ist eine geringe interne Leckage möglich. Deshalb sind sie für vollständige Absperrfunktionen ungeeignet. Ihre Hauptfunktion liegt in der Umschaltung und Steuerung von Drucksignalen.

Welche Vorteile bieten Wechselventile in komplexen Hydraulik- oder Pneumatiksystemen?

  • Zusammenführung von Steuerdruck aus verschiedenen Quellen
  • Erhöhte Sicherheit und Flexibilität
  • Platz- und Aufwandseinsparung durch kombinierte Rückschlagfunktionen
  • Unterstützung komplexer Schaltungslogiken
  • Steigerung der Zuverlässigkeit moderner Fluidtechnik-Anwendungen

Was passiert, wenn an keinem der Eingänge eines Wechselventils ein Drucksignal anliegt?

Liegt an beiden Eingängen kein Drucksignal an, bleibt der Ausgang drucklos. Das Ventil aktiviert den Ausgang nur, wenn an mindestens einem Eingang ausreichend Druck vorhanden ist.